Hebamme werden in Mecklenburg-Vorpommern
Seit dem 01.01.2020 gilt das neue Hebammengesetz (HebG), das die Hebammenausbildung umfassend reformiert und modernisiert hat. Hebammen werden in Regelstudiengängen ausgebildet - in Form eines dualen Studiums. Damit entfällt die klassische Ausbildung an einer Hebammenschule.
Das Studium der Hebammenwissenschaft – Ihr Weg zum Beruf Hebamme
Auf einen Blick:
- Abschluss Berufszulassung als Hebammen und Bachelor of Science, Midwifery
- Studienform duales Studium, Vollzeit
- Regelstudienzeit 7 Semester
- Anteile mindestens 2200 Stunden Theorie (Präsenzlehre und Selbststudienzeit, mindestens 2700 Stunden Praxis
- Credit Points (ECTS) 210
- Kosten Semesterbeitrag, keine Studiengebühren
- Entgelt monatliches Entgelt nach jeweiligem Tarifvertrag
- Studienbeginn jährlich zum Wintersemester
- Bewerbung bei den verantwortlichen Praxiseinrichtungen (Kliniken)
Seit Januar 2020 gilt das neue Hebammengesetz. Es sieht vor, dass das Studium zur Hebamme von nun an an einer Hochschule stattfindet und neben der Berufszulassung als Hebamme mit einem akademischen Abschluss (Bachelor of Science) beendet wird. Zu Beginn des Wintersemesters am 1. Oktober 2020 startete das Studium der Hebammenwissenschaft an der Universitätsmedizin Rostock.
Das Studium der Hebammenwissenschaft umfasst sieben Semester. Es vermittelt wissenschaftliche fundierte Kenntnisse und Kompetenzen ebenso wie traditionelles Erfahrungswissen, so dass Absolvent:innen Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Neugeborene sowie ihre Familien kompetent und umfassend betreuen können.
Das Studium ist dual ausgerichtet: Hochschulische und berufspraktische Studienphasen wechseln sich ab. Der hochschulische Studienanteil umfasst theoretische Inhalte, aber auch praktische Übungen im sog. Skillslab. Hier können Geburten und andere Situationen aus der Hebammentätigkeit mit Simulationspersonen und/oder Modellen in einem geschützten Umfeld simuliert werden.
Die praktischen Studienphasen finden in geburtshilflichen Kliniken in ganz Mecklenburg-Vorpommern und bei freiberuflich tätigen Hebammen statt. Durch regelmäßige Praxisanleitung durch Hebammen in der Praxis sowie durch Praxisbegleitung durch Hebammen aus der Universitätsmedizin ist eine enge Vernetzung von Theorie und Praxis gewährleistet. Die Studierenden absolvieren Studienphasen im Kreißsaal, in der Mutter-Kind-Station, bei freiberuflichen Hebammen, in der gynäkologischen und neonatologischen Station.
Das Studium umfasst 16 Theoriemodule und 6 Praxismodule. Zu den Theoriemodulen gehören ein Propädeutikum, in dem Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt werden, ein Wissenschaftsmodul im 4. Semester sowie das Bachelormodul. Neben der fundierten geburtshilflichen Lehre ist damit das wissenschaftliche Fundament der Hebammenarbeit gesichert. Zum Studium gehört auch ein Wahlpflichtbereich, in dem aktuell (Stand 2026) die theoretischen Grundlagen zur Praxisanleitung oder eine Vertiefung zum Thema Laktation und Stillen studiert werden können. Die Praxismodule umfassen aktuell 2700 Stunden, damit liegt der Studiengang mit dem Praxisanteil bundesweit an der Spitze.
Prof. Dorothea Tegethoff, Studiengangsleitung